Alles begann damit, dass ich den Monitor meiner Frau auf einen Lenovo 27Q-10 aufgerüstet habe, einen 27-Zoll-Gaming-Monitor. Nachdem ich das scharfe 27-Zoll-QHD-Bild gesehen hatte, störte mich die Full-HD-Auflösung meines alten Dell-Monitors immer mehr. Am Ende habe ich mir den Lenovo L27-4A gekauft.
Mein bisheriger Monitor war ein Dell P2417H, ein 24-Zoll-Full-HD-Display mit integriertem USB-Hub. Ich hatte ihn 2016 gekauft, und er funktioniert noch einwandfrei. Allerdings liegt die maximale Helligkeit bei nur 250 cd/m², sodass ich ihn ständig auf 100 % Helligkeit betreiben musste.
Ursprünglich wollte ich denselben Lenovo 27Q-10 wie meine Frau kaufen. Die Rabattgutscheine bei AliExpress waren aber abgelaufen, und den vollen Preis wollte ich nicht zahlen. Außerdem wäre ein Gaming-Monitor mit hoher Bildwiederholrate für meinen PC übertrieben gewesen. Also suchte ich nach einem hochwertigen Büromonitor.
So bin ich auf den Lenovo L27-4A gestoßen: 27 Zoll, QHD-Auflösung, 100 Hz und – für mich am wichtigsten – ein USB-Hub. Bei Coupang gab es ihn reduziert für etwa 220.000 Won.

Der Monitor kam schon am nächsten Tag. Interessanterweise ist das Kartondesign anders als beim 27Q-10.

Der Karton wird von oben geöffnet, was das Auspacken deutlich erleichtert. Innen wird außerdem Formpapier statt Styropor verwendet – ich war froh, dass keine Styroporkrümel herumflogen.

Neben dem Panel enthält der Karton Fuß, Standsäule, Netzkabel, USB-C-Kabel und Anleitungen.
Ein DP-Kabel (DisplayPort) hätte meiner Meinung nach beiliegen sollen. Noch unterstützen nicht viele Grafikkarten einen USB-C-Ausgang – wer diesen Monitor kauft, sollte also prüfen, ob ein DP-Kabel übrig ist.

Unter der oberen Lage mit dem Zubehör liegt das Monitorgehäuse.

Das ist die Unterseite des Fußes. Anders als der 27Q-10 hat dieses Modell keine zusätzliche Abdeckung – es ist in der Produktpalette offenbar etwas tiefer angesiedelt.

Hier die Standsäule. Sie hat eine Öffnung fürs Kabelmanagement, die aber nicht sehr breit ist. Ein HDMI-Kabel mit dickem Ferritkern passt eventuell nicht durch.

Die Vorderseite sieht klasse aus. Unten gibt es einen kleinen Rand, oben und seitlich sind die Ränder extrem schmal. Ein sehr elegantes Design.

Die Rückseite des Monitors. Design und Aufbau unterscheiden sich deutlich vom 27Q-10 – ich hatte erwartet, dass sich zwei Lenovo-Modelle ähneln, aber sie sind ganz verschieden.
Das OSD wird per Joystick bedient, was mir lieber ist als klassische Tasten. Da sich die Einstellungen aber auch per App ändern lassen, werde ich den Joystick wohl kaum nutzen.

Die Anschlüsse im Überblick:
- 1× DP
- 2× HDMI
- 1× USB-C (Upstream, 75 W Laden, DP 1.4)
- 1× Audioausgang
- 4× USB-A (Downstream und Laden)
Der USB-C-Port ist ein echter Alleskönner: Er verbindet den USB-Hub, lädt das Notebook (bis 75 W) und überträgt das Bild.

Hier wird die Standsäule befestigt – werkzeuglos, sehr praktisch. Wer einen Monitorarm verwenden möchte, sollte aber prüfen, ob der VESA-Bereich zum eigenen Arm passt.

Die Rückansicht nach dem Zusammenbau.
Da der Standfuß Pivot, Höhenverstellung, Neigung und Drehung unterstützt, verzichte ich vorerst auf einen Monitorarm.

Und so sieht er von vorne aus.
Lenovo L27-4A im Alltagstest
Um es kurz zu machen: Ich bin sehr zufrieden. Hier eine Zusammenfassung der Vor- und Nachteile.
1. Das Display
Die 350 cd/m² Helligkeit sind ein spürbares Upgrade. 50 cd/m² mehr als bei einem üblichen 300-cd/m²-Monitor machen einen großen Unterschied. HDR10, ein Kontrastverhältnis von 1500:1 und 90 % DCI-P3 reichen mir mehr als aus. Dazu kommen eine entspiegelte Oberfläche und Augenschutz-Zertifizierungen.
Die 100 Hz sind ein kleiner Kompromiss (120 Hz wären schön gewesen), aber immer noch deutlich flüssiger als 60 Hz. Hinweis: Offiziell wird G-Sync nicht unterstützt, der G-Sync-Compatible-Modus lässt sich aber aktivieren und funktioniert gut.
2. Bequeme OSD-Bedienung
Der Joystick ist nett, der eigentliche Gewinner ist aber die App Lenovo Accessories and Display Manager (im Microsoft Store). Monitoreinstellungen direkt in Windows ändern zu können, ist unglaublich praktisch.
3. Überraschend gute Lautsprecher
Trotz „MaxxAudio by Waves“-Logo hatte ich von den eingebauten Lautsprechern nichts erwartet. Sie waren aber so gut, dass ich meine alten Britz-2.1-Lautsprecher aus den frühen 2000ern entsorgt habe. 3 W + 3 W reichen für den Alltag völlig. Ohne Lautsprecher auf dem Schreibtisch habe ich viel mehr Platz!
4. Der USB-Hub
Wer sich einmal an einen Monitor mit USB-Hub gewöhnt hat, will nicht mehr zurück. Alles bleibt aufgeräumt.
Anfangs war ich enttäuscht, dass meine Monitorlampe (Philips Edison) beim Herunterfahren des PCs ausging. Das ließ sich aber lösen, indem ich im OSD die Option „USB Charging“ aktiviert habe – dann bleiben die Ports mit Strom versorgt.
Der Nachteil? Seitlich oder unten gibt es keine USB-Ports. Wegen des schlanken Designs sitzen alle Anschlüsse hinten. USB-Sticks oder externe Festplatten anzustecken ist im Vergleich zu meinem alten Dell mit seitlichen Ports etwas umständlich.
5. Lenovos 3-Jahres-Garantie
Die 3-jährige Garantie war ein wichtiger Kaufgrund für meinen Dell, und Lenovo bietet hier dasselbe. 3 Jahre Vor-Ort-Service geben mir ein gutes Gefühl.